Zugzwang — Schachaufgaben
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Zugzwang ist eine Stellung, in der jeder legale Zug die Lage verschlechtert. Der Spieler stünde vollkommen gut da, wenn er passen dürfte, doch im Schach wird nicht gepasst, und es ist die Zugpflicht, die die Partie verliert. Das Wort ist deutsch: Zug und Zwang. Am häufigsten tritt Zugzwang im Endspiel auf, wo wenige Figuren übrig sind und es keine harmlosen Wartezüge mehr gibt.
Woran man es erkennt
- Es sind wenige Figuren übrig, und der Seite am Zug sind die Bauernzüge in Reserve ausgegangen.
- Jede Figur erfüllt bereits eine Aufgabe, sie bewacht einen Bauern, hält ein Feld oder bremst einen Freibauern, sodass jeder Zug etwas hergibt.
- Die Stellung wäre mühelos zu halten, wenn die Seite am Zug passen dürfte.
- Die Könige stehen sich mit einem Feld dazwischen gegenüber, und wer zuerst zur Seite geht, lässt den anderen herein.
Ein Beispiel
Weiß: König c6, Bauer d5. Schwarz: König e5, Bauer d6. Endspielbücher nennen dieses Gebilde den Trébuchet.
- Die Bauern sind blockiert und können sich überhaupt nicht bewegen. Jeder König deckt den eigenen Bauern und greift den gegnerischen an, also kann keiner von beiden zur Seite gehen.
- Ist Weiß am Zug, muss der König eine dieser beiden Aufgaben aufgeben. Nach 1.Kb5 bewacht er d5 nicht mehr, und 1…Kxd5 holt den Bauern: Schwarz wandelt um und gewinnt.
- Ist Schwarz am Zug, geschieht das Spiegelbild: 1…Ke4 gibt d6 frei, und 2.Kxd6 lässt Weiß mit dem Mehrbauern zurück.
Die Idee Zwischen diesen beiden Fällen wechselt keine einzige Figur das Feld. Nur das Zugrecht wechselt, und es entscheidet die ganze Partie. Das ist Zugzwang in seiner reinsten Form: er wirkt gegen beide Seiten, und deshalb nennen Endspielbücher ihn wechselseitigen Zugzwang.