Opfer — Schachaufgaben
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Ein Opfer gibt Material absichtlich her, und zwar für etwas Wertvolleres: ein Matt, eine Umwandlung oder einen Angriff, den der Gegner nicht übersteht. Ein Opfer ist es nur, wenn die Entschädigung wirklich vorhanden und berechenbar ist. Vom bloßen Einstellen unterscheidet es sich dadurch, dass man benennen kann, was man dafür bekommt, und es bis zum Ende sieht.
Woran man es erkennt
- Der gegnerische König steht offen, oder ein einziger Verteidiger hält die ganze Stellung zusammen.
- Ein Schlagzug auf einem Feld neben dem König öffnet die Stellung mit Gewalt.
- Die Antwort des Gegners ist erzwungen, sodass sich die Variante bis zum Ende rechnen und nicht bloß erhoffen lässt.
- Man kann genau sagen, was das Material einbringt: Matt in einer bestimmten Zügezahl, oder einen Bauern, der umwandelt.
Ein Beispiel
Weiß: König c1, Springer h6, Bauern g4 und h5. Schwarz: König g3, Springer e4, Bauern b3, f6 und g5. Weiß am Zug.
- Nf5 gibt Schach und bietet den Springer an, und es räumt zugleich die h-Linie für den Bauern dahinter.
- Kxg4 nimmt einen Bauern, h6 läuft, und Kxf5 nimmt den Springer. Schwarz hat zwei Figuren gewonnen.
- h7 ist bereits nicht mehr aufzuhalten. Weiß hat einen Springer und einen Bauern hergegeben und bekommt eine Dame.
Die Idee Ein Opfer ist ein Tausch, den man bis zum Ende durchzählen kann: benennen, was das Material einbringt, hier einen Bauern, der umwandelt, und die Variante vor dem Ausführen prüfen, sonst ist es nur ein Einsteller mit Ehrgeiz.